Von A bis Z handcrafted: die Braumanufaktur Schalken

 Craft Bier ist handwerklich hergestelltes Bier, so weit, so klar. In einem (noch) unscheinbaren Gassenlokal im 16. Bezirk ist nicht nur das Bier der Braumanufaktur Schlaken handcrafted, sondern gleich die ganze Brau- und Abfüllanlage.

In der aktuell etwas verschlafenen Neulerchenfelder Straße – ein großes Revitalisierungsprojekt ist soeben angelaufen – brauen die Brüder Roland und Robert Schalken seit Februar ihre Kreativbiere in der Braumanufaktur Schalken. Aktuell sind das drei Sorten, sowie wechselnde Seasonals. Erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentierten sie sich am Craft Bier Fest Wien im Mai in der Marx Halle. Doch der Weg zur eigenen Braustätte war alles andere als einfach.

Nachdem die beiden 2014 mit dem Heim- bzw. Hobbybrauen begannen und der Platz in der eigenen Küche gänzlich ungeeignet war, übersiedelten sie alsbald in ein Zwischennutzungsobjekt, um dort ihre Rezepte und Pläne zu verfeinern. Der Wunsch nach „etwas eigenem“ wurde laut und so wurden die beiden im 16. Bezirk in einem seit zehn Jahren leerstehenden Geschäftslokal fündig.

Viel Arbeit wartete zu Beginn des Projekts

Doch an den Beginn der Brauarbeit war noch länger nicht zu denken. Das Geschäftslokal war die letzten zehn Jahre lang über schwer verwahrlost. Zuerst mussten mehrere Ladungen alter Möbel und anderer Einrichtungsgegenstände entsorgt werden. Dann kam der Boden, der sich morsch und völlig unbrauchbar präsentierte. Wieder mussten mehrere Tonnen Schutt entsorgt werden. Und am Schluss wurden die maroden Wände saniert. Nach über einem Jahr und hunderten Arbeitsstunden konnte endlich die Brauanlage, die seit Jahren auf Plänen vorgedacht wurde, installiert werden.

Boden und Wände wurden allesamt selbst instandgesetzt

„Die Brauanlage ist zu 100% selbst geplant und zusammengebaut“ schwärmen die beiden Brüder. Ideen holten sie sich in amerikanischen Foren, eine ähnliche Anlage haben sie in Österreich noch nicht gesehen. Der größte Vorteil: sie kennen jede Schraube, jede Dichtung und jedes noch so kleine Detail an ihrer 200L-Brauanlage. Das hilft einerseits dabei schnell auf Probleme bei der Produktion reagieren zu können, andererseits führt es aber auch zu einer stetigen Optimierung der Arbeitsabläufe.

Das Herzstück: die Brauanlage

Besonders stolz sind die beiden auch auf ihre selbst gebaute Flaschenabfüllanlage. Da die Biere der Braumanufaktur Schalken allesamt mit Flaschengährung abgefüllt werden, kommt zuerst etwas Speise in die Flasche, danach das (fast) fertige Bier. Anschließend kommen die Flaschen halb-automatisch zur Verkorkung. Einzig die Kronkorken müssen aktuell noch per Hand aufgelegt werden. Knapp 130 Flaschen können so abgefüllt werden. Abschließend wird mit einer wieder instand gesetzten und adaptierten, ehemaligen Wein-, nun Bierflaschen-Etikettiermaschine etikettiert.

Gefüllt und etikettiert wird halb-automatisch

Aktuell hat die Braumanufaktur Schalken drei Sorten im Angebot. Das „Wit“ (4,7%), das „Kølx“ (5,0%), sowie das „Blonde“ (5,6%). Alle drei Sorten vereint eine ausgesprochen angenehme Trinkbarkeit, sodass man ruhig auch einmal zwei oder drei davon am Stück genießen kann. Speziell für den Sommer gibt es nun das Wit als „Holunder Wit“ in einer leicht verfeinerten Variante, bei der Erstverkostung in der Brauerei konnte es vollends überzeugen!

Die aktuellen Sorten: Blonde, Kølx, Holunder Wit und Wit

Die Releaseparty des „Holunder Wit“ findet am 28. Juli im Ammutsøn statt – weitere Infos auf Facebook.

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Kevin Reiterer

Kevin Reiterer